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Ulmen - Relikte aus früheren Zeiten

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Das Ulmensterben und der Verlust ihres Lebensraums verringerte den Bestand der heimischen Ulmenarten in den letzten Jahrzehnten deutlich. Dabei sind diese Ur-Einwohner des Waldes sehr vielseitig und erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem.

Äste mit grünen Blättern einer Ulme
Quelle: KrimKate/iStock/Getty Images Plus via Getty Images

Seltene Baumarten tragen besonders zur Biodiversität unserer Wälder bei, erfüllen somit wichtige ökologische Funktionen und helfen naturnahe, multifunktionale Wälder zu erhalten. Dies wird gerade in Hinblick auf die globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und nachhaltigem Wirtschaften immer bedeutender. Als seltene Baumarten gelten solche Baumarten, welche einen Anteil von weniger als einem Prozent an der Waldfläche Deutschlands einnehmen und in ihrem Bestand gefährdet sind.

Ur-Einwohner der Wälder

Ulmen kommen schon seit Millionen von Jahren in Wäldern vor. Doch nur drei der 30 Arten sind in Europa heimisch. Ulmen sind winterharte, sommergrüne und recht nährstoff- und wärmeliebende Laubbäume. Sie entwickeln einen Stammdurchmesser von bis zu 100 Zentimetern bei bis zu 40 Metern Höhe und könnten zwischen 250 und 400 Jahr alt werden. Doch aufgrund der Auswirkungen des Ulmensterbens der Berg- und Feld-Ulme, sowie dem großflächigen Habitatverlust der Hartholzauen und Feuchtgebiete für die Flatter-Ulme, erreichen sie dieses Alter selten. Dem Erhalt der Ulmen kommt jedoch, durch ihre zeitlich lange und räumlich weite Verbreitung in sehr verschiedenen Lebensräumen eine große ökologische Bedeutung zu. Zahlreiche Artengruppen nutzen die Ulmen in vielfältiger Weise z.B. als Bienenweide und Futterpflanze. Auch gibt es Insekten-, Spinnen- und Pilzarten die auf Ulmen spezialisiert sind, d.h. nur auf und durch Ulmen existieren können.

Um jedoch die Gefährdung seltener Baumarten abzuschätzen und geeignete Erhaltungsmaßnahmen durchführen zu können, müssen ihre Verbreitung und Vorkommensschwerpunkte bekannt sein. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erstmals mittels einer einheitlichen Erhebungsmethode in den Jahren 2009 bis 2012 zahlreiche Vorkommen seltener Baumarten in Deutschland erfassen lassen. Neben der Baumanzahl in den Beständen wurde auch das Alter (über Brusthöhendurchmesser-Stufen), die Vitalität der Bäume und das Ausmaß der Naturverjüngung registriert. In einzelnen Beständen wurde zusätzlich die genetische Vielfalt ermittelt. Auf Basis dieser Daten konnten dann die einzelnen Bestände auch im Hinblick auf ihre "Erhaltungswürdigkeit" und "Erhaltungsdringlichkeit" bewertet und Vorkommensschwerpunkte sogenannte „Genzentren“ identifiziert werden.

Weitere Informationen zu den Ulmenarten, dem Vorkommen und zu Projekten finden Sie hier