Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
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FGRDEU-Online - Bestände forstgenetischer Ressourcen in Deutschland

Hintergrundinformationen

Bedeutung forstlicher Genressourcen

Fichtenbestand, Foto: E. Münch
Fichtenbestand
Die Wälder in Deutschland umfassen ca. elf Mio ha. Das entspricht einem Flächenanteil von nahezu 30 %. Der Wald ist damit der bedeutendste großflächige naturnahe Lebensraum und zugleich ein wesentliches landschaftsprägendes Element. Sie stellen damit eine wesentliche Ressource für die biologische Vielfalt dar.

Der weitaus größte Teil des Waldes unterliegt einer forstlichen Nutzung. Grundlage dafür sind die in Deutschland natürlich vorkommenden Arten an Bäumen und Sträuchern, wobei es sich in der überwiegenden Mehrzahl der Fülle um auch hier einheimische Gehölze handelt und nur im Ausnahmefall um Arten, die als Neophyten eingeführt worden sind und schon seit längerer Zeit zum Bestandteil der heimischen Flora gezählt werden. Die Tatsache der ausschließlichen Nutzung natürlich vorkommender Arten in der Forstwirtschaft stellt einen markanten Unterschied zur Landwirtschaft dar. Bei forstlichen Gehölzen handelt es sich in der Regel noch um Wildpflanzen und keine gezüchteten Kulturpflanzen, also keine Sorten.

Unter forstgenetischen Ressourcen (FGR) wird genetisches Material (Populationen, Individuen, Pflanzenteile, Samen, Früchte) von Baum- und Straucharten mit tatsächlichem oder potenziellem Wert für eine nachhaltige multifunktionale Forstwirtschaft in Deutschland verstanden. Sie schließen also die Vielfalt zwischen den Arten und innerhalb der Arten ein. Letztere ist Ausdruck der genetischen Vielfalt.

Die genetische Vielfalt ist Voraussetzung für die Evolution. Sie ist die Basis für die Anpassungsfähigkeit und damit für das überleben der Arten. Genetische Vielfalt ist aus einer Reihe von Gründen bedeutsam.

ökologische Gründe
Die genetische Vielfalt ist die Grundlage für eine große Reaktionsbreite gegenüber biotischen und abiotischen Einflüssen. Dies ist wegen der Langlebigkeit der Bäume von besonderer Bedeutung, da Bäume ungünstigen Einflüssen aufgrund ihrer Ortsgebundenheit nicht ausweichen können. Außerdem trägt sie zur Anpassungsfähigkeit und damit zur Erhaltung der Vielfalt der Arten und Ökosysteme und deren Weiterentwicklung bei.

Ökonomische Gründe
Eine große genetische Vielfalt stellt sicher, daß die Bedürfnisse späterer Generationen bei sich wandelnden Ansprüchen an die Leistungen des Waldes, insbesondere an die Produktion des Rohstoffes Holz, auch unter möglicherweise veränderten Umweltbedingungen am ehesten erfüllt werden können. Die genetische Vielfalt ist daher Grundlage nachhaltiger, leistungsfähiger, betriebssicherer und multifunktionaler Forstwirtschaft. Sie stellt zugleich die Grundlage für eine genetische Verbesserung durch Auslese dar.

Ethische Gründe
Die genetische Vielfalt muß in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen aus ethischen Gründen erhalten werden, damit diesen die Ökosysteme, Arten und Populationen in ihrer bunten, das Leben charakterisierenden Vielfältigkeit unbeschadet übergeben werden können.