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Nationales Inventar

Bergahorn

8. Acer pseudoplatanus L. - Bergahorn

a) Allgemeine Bemerkungen

Der Bergahorn ist ein Baum des mittleren und südlichen Europa und bevorzugt ein montanes Wärmeklima mit höherer Feuchtigkeit. Die Grenze der natürlichen Verbreitung verläuft in Deutschland nördlich der Mittelgebirge. Zum Verbreitungsgebiet gehören vermutlich auch Exklaven im Ostseeküstenraum. Im Gebirge steigt der Bergahorn höher hinauf als die anderen Buntlaubhölzer und auch als die Rotbuche. Im Harz ist er noch in über 800 m zu finden, in den Bayerischen Alpen bis 1650 m ü.NN. Das ökologische Optimum des Bergahorn liegt oberhalb der entsprechenden Bereiche von Rotbuche und Weißtanne. Dem Vorkommen in höheren Berglagen entspricht auffallenderweise keine nach Norden verschobene Verbreitungsgrenze. Der Bergahorn wird seit längerem außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets angebaut, wodurch seine untere Höhengrenze verwischt ist.

Der Bergahorn erlangt bei der angestrebten Stabilititätserhöhung der Wälder durch die Begründung von Mischbeständen insbesondere in den höheren Lagen eine zunehmende waldbauliche Bedeutung.

Herkunftsversuche ergaben deutliche Unterschiede. Eine Anpassung an die jeweilige Höhenstufe zeigt sich durch die Variation phänologischer Merkmale (Austrieb und Blattfall). Herkunftsgebiete lassen sich jedoch anhand von phänotypischen oder genetischen Merkmalen nicht genauer abgrenzen.

Die Abgrenzung von Herkunftsgebieten erfolgt deshalb in erster Linie anhand ökologischer Einheiten. Wegen der Bedeutung des Bergahorn im Bergland werden dort Herkunftsgebiete in zwei Höhenstufen ausgewiesen.

b) Begründung für die Ausweisung der Herkunftsgebiete

01 Norddeutsches Tiefland:

Das Herkunftsgebiet 01 ist geprägt durch ozeanisch bis subozeanisches Tieflandklima. Der ozeanische Einfluß wird nach Osten hin geringer und die Klimaextreme nehmen zu. Der Bergahorn kommt hier (evtl. mit Ausnahme der o.g. Exklaven im Ostseeküstenraum) von Natur aus nicht vor. Aufgrund der gegenüber den Baumarten Roterle und Esche geringeren Bedeutung des Bergahorn im Tiefland wurde auf eine weitere Unterteilung des Norddeutschen Tieflandes verzichtet.

02 Mittel- und Ostdeutsches Tief- und Hügelland:

Das Herkunftsgebiet 02 weist ein subkontinentales Tieflandklima mit einer kürzeren Vegetationszeit, geringeren Niederschlägen und strengeren Wintern auf. Natürliche Vorkommen des Bergahorn finden sich nur im Hügelland.

03/04 Westdeutsches Bergland:

Die Herkunftsgebiete 03 und 04 sind durch ein ozeanisch bis subozeanisches Berglandklima geprägt, wobei mit der Höhe die Fröste zunehmen. Die Standorte sind kleinräumiger gegliedert als im Tiefland.

03: In der kollinen bis submontanen Stufe stockt der Bergahorn überwiegend auf den besser nährstoffversorgten Standorten.

04: Mit der montanen bis hochmontanen Stufe werden die Hochlagenbestände aufgrund ihrer phänotypisch an die Schnee- und Eisbruchgefahr angepaßten, weniger ausladenden Kronenform gegenüber dem Herkunftsgebiet 03 abgegrenzt.

05 Oberrheingraben:

Das Herkunftsgebiet 05 liegt überwiegend in der planaren Stufe und zeichnet sich durch eine besondere Wärmebegünstigung aus. Es wurde auch aufgrund der Bedeutung des Bergahorn im Auewald abgegrenzt.

06/07 Südostdeutsches Hügel- und Bergland:

Die Herkunftsgebiete 06 und 07 sind durch ein subkontinentales Berglandklima mit strengen Wintern gekennzeichnet.

06: Mit dem Herkunftsgebiet 06 wurde die kolline bis submontane Stufe gegenüber den höheren Berglagen abgegrenzt.

07: Der Bergahorn ist in der montanen bis hochmontanen Stufe eine Baumart des Bergmischwaldes. Aufgrund der an die Schneebruch- und Rauhfrostgefahr angepaßten Stamm- und Kronenform der Hochlagenherkünfte wird das Herkunftsgebiet 07 vom tiefer liegenden Herkunftsgebiet 06 abgegrenzt.

08/09 Süddeutsches Hügel- und Bergland:

Die Herkunftsgebiete 08 und 09 stellen topographisch bedingt ein Gebiet mit stark differenziertem, subozeanisch bis subkontinentalem Berglandklima dar. Auch die Standorte sind relativ kleinräumig gegliedert.

08: Mit dem Herkunftsgebiet 08 wurde die kolline bis submontane Stufe gegenüber den höheren Berglagen abgegrenzt.

09: Der Bergahorn ist in der montanen bis hochmontanen Stufe eine Baumart des Bergmischwaldes. Aufgrund der an die Schneebruch- und Rauhfrostgefahr angepaßten Stamm- und Kronenform der Hochlagenherkünfte wird das Herkunftsgebiet 09 vom tiefer liegenden Herkunftsgebiet 08 abgegrenzt.

10/11 Alpen und Alpenvorland:

Die Herkunftsgebiete 10 und 11 sind gekennzeichnet durch die im Alpenstau höheren Niederschläge, die nach Osten zunehmende Kontinentalität und die Besonderheiten des Alpenklimas. Die Höhengrenze bei 900 m entspricht der Inversionsgrenze. Zudem konnten in den Alpen genetische Unterschiede zwischen Populationen ober- und unterhalb dieser Grenze festgestellt werden.

10: Mit dem Herkunftsgebiet 10 wurde die kolline bis submontane Stufe (bis 900 m) gegenüber den höheren Berglagen abgegrenzt.

11: Der Bergahorn ist in der montanen bis obermontanen Stufe (über 900 m) eine Baumart des Bergmischwaldes. Aufgrund der an die Schneebruch- und Rauhfrostgefahr angepaßten Stamm- und Kronenform der Hochlagenherkünfte wird das Herkunftsgebiet 11 vom tiefer liegenden Herkunftsgebiet 10 abgegrenzt.

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